Geschichte

die erste Hütte
1911
Erweiterung
1926
der erste Steinbau
1947
Erweiterung
1973
Heute

Klick auf die Bilder führt Sie zu den einzelnen Etappen.

Die Etzlihütte ist im Besitz der SAC Sektion Thurgau
Anschliessend findet ihr eine Zusammenfassung der Hüttengeschichte.

1909 Dr. Otto Vogler und der nachmalige Bundesrat Heinrich Häberlin (1868-1947) machen aufgrund einer Erkundungsreise der Sektion den Vorschlag, im Urner Etzlital oberhalb der Müllersmatt eine Bergsteigerunterkunft zu errichten.
1910-1911 Am 10. Februar 1910 fasst die Sektion den Grundsatzentscheid zum Bau einer Clubhütte in diesem Gebiet. 1910-1911 erfolgt die Ausführung als verschalter, schindelverkleideter Ständerbau über Mauersockel und mit Schindeldach durch Baumeister Frans Kaiser, Amsteg. Die Pläne stammen von Architekt und Sektionsmitglied Werner Kaufmann (1882-1953), Frauenfeld, 1915-1932 Obmann der Thurgauischen Vereinigung für Heimatschutz (Bk: Fr. 9967.55, Einweihung: 16. Juli 1911)
1925-1926 Gleichartige giebelseitige Erweiterung durch Baumeister Vinzenz Fedier, Amsteg, wiederum nach Plänen von Architekt Kaufmann (Bk:: 8450.-)
1942 Erste Erweiterungspläne von Architekt Hans Freyenmuth (*1905), Frauenfeld.
1945-1947 An der ausserordentlichen Generalversammlung vom 7. Juni 1945 beschliesst die Sektion aufgrund der bereinigten Pläne von Architekt Freyenmuth einen Um- und Erweiterungsbau. Für die Ausführung des Steinbaus unter Schindeldach verpflichtet man den erfahrenen Hüttenbaumeister Camille Brantschen (1890-1982), Sion (Bk: 58'000.-, Einweihung: 28.September 1947).
1968 Architekt Freyenmuth liefert Pläne für eine erneute Erweiterung.
1970 Im Juli übergibt Freyenmuth infolge Arbeitsüberlastung seine Vorarbeiten an den jungen Architekten Peter Frei, Frauenfeld, der das Projekt vorantreibt.
1972 Traufseitige Erweiterung nach Plänen und unter der Leitung von Architekt Frei; die Ausführung erfolgt durch Baumeister Hans Bonetti, Andermatt (Bk: Fr. 280'000.-, Einweihung: 1. Oktober 1972).
1999-2000 Renovation und weitgehender Neubau des Hüttenteils von 1947: Äussere Gestaltung mit Massivmauerpartien und Holzverkleidung (horizontale Stulpschalung); den Aufenthaltsraum beheizt ein Giltsteinofen von 1999 (Einweihung: 2./3. September 2000)
2007 Durch eine sehr grosszügige Spende des Sektionsmitgliedes Hugo Bohren wird der Bau eines Kleinwasserkraftwerkes ermöglicht. Die Hütte ist jetzt elektrisch beheizt.


Die Hüttenwarte

1913-1917 Josef Maria Epp
1917-1953
Joseph (1878) und Rosa Epp Baumann aus Herrenlimi, Bruder von Josef Maria
1953-1999
Sepp (1929) & Anni Epp Indergand, Sohn von Joseph Epp
1999-2000
Toni Epp (1963), Sohn von Sepp Epp
2000-2004
Renata Meier & Urs Müller
2004-2011 Rita & Christoph Sager
2011-heute Doris und René Bättig


Josef Maria Epp 1879 - 1917

1913 übernimmt Josef Maria Epp das Amt als erster Hüttenwart der Etzlihütte. Als passionierter Strahler unternimmt er von hier aus seine Strahlertouren. 1917 macht er sich ein weiteres Mal auf um am Piz Giuv nach den begehrten Kristallen zu suchen. Auf dem Abstieg fällt er tragisch einem Steinschlag zum Opfer und bleibt vier Tage und drei kalte Oktobernächte mit gebrochenem Oberschenkel liegen.
Der Geissbub Paul Lussmann bringt drei Tage hintereinander Proviant auf die Hütte, trifft aber den Hüttenwart nicht an dabei. Weil am darauf folgenden Tag jeweils das Essen verschwunden war, beunruhigte ihn das nicht und er vermutete Josef Maria auf seiner Strahlertour. Im Tal ahnte damals niemand, dass zur gleichen Zeit im Zuchthaus zu Altdorf zwei Strafgefangene getürmt und via Etzlihütte ins Bünden geflohen waren. Diese haben sich derweil gütlich getan an den Brosamen auf der Etzlihütte.
Am vierten Tage steigt Josef Epp, der Bruder des Hüttenwarts und Josef Lussmann, frühmorgens zur Etzlihütte auf. Ihnen fällt sofort auf, dass niemand in der Schlafstätte übernachtet hat. Weil die Schürfstellen des Josef Maria bekannt waren, begannen sie sofort am Piz Giuv mit der Suche.
Nachdem er die letzte Nacht unter vierzig Zentimeter Neuschnee ausgeharrt hatte war sein Zustand sehr bedenklich. Mit Hilfe von Trägern wurde Josef Maria auf einer Bahre ins Tal getragen wo er drei Tage später seiner Schwäche erlag. Ein tragisches Ende, wenn man bedenkt welche Umstände eine frühere Rettung verunmöglichten.

Die Schriftstellerin Esther Kissling hat diese Ereignisse auf sehr interessante und unterhaltsame Weise in eine Erzählung verpackt. Als Buch unter dem Namen: "In Bergnot am Schattig Wichel" wurde es 1967 im Sauerländer-Verlag gedruckt. Das Buch liegt auf der Hütte zur Einsicht auf.

Geschichtliches über den Chrüzlipass
Von der Etzlihütte gelangt man in ca. einer Stunde auf den Chrüzlipass, jenem Übergang, der vom Maderanertal nach Sedrun führt. Interessanterweise kann für diesen Pass kein rätoromanischer Name nachgewiesen werden, was für einen neueren nicht allzu bedeutsamen Übergang spricht. Benutzt wurde der Pass von den Pilgern aus dem Tujetsch auf ihrem Weg nach Einsiedeln und zurück. Nicht alle erreichten glücklich das Ziel. Die Geschwister Berther starben am 27. Juni 1794 vor Müdigkeit, Kälte und Schnee auf der Bündnerseite des Passes. Am 24. September 1799 zog ein österreichisches Heer von 2400 Soldaten vom Bündner Oberland über den verschneiten Pass nach Amsteg. Im hinteren Etzliboden schlugen die ermüdeten und geschwächten Soldaten ihr Nachtquartier auf.
Zum Namen: Schon im Mittelalter gab es auf den Passhöhen ein gezimmertes Kreuz als Dank und Mahnung. Heute hält eine vielköpfige Steinmännchen-Familie Wache auf dem Chrüzlipass.

Das Dörfchen auf dem Etzliboden
Noch in der Mitte des 19. Jahrhunderts dürften an die 45 Bewohner im Weiler "Porthüsler" längs der Felswand auf dem linken Etzliufer gelebt haben. Es gab eine Sägerei und eine Schnapsbrennerei. 1896 zerstörte eine Lawine vier Wohnhäuser und sieben Ställe. Die Siedlung wurde deshalb nach und nach verlassen und im Februar 1928 verwandelte schliesslich eine Lawine rund drei Hektaren Weideland in eine Steinwüste. Nur noch wenige Überreste blieben vom einst ganzjährig bewohnten Weiler Porthüsler übrig.